Was ist Luftverschmutzung?
Luftverschmutzung bezeichnet die Belastung der Luft durch Schadstoffe, die gesundheitsschädlich sind.2 Sie ist ein wesentlicher Risikofaktor für Lungen- und Atemwegserkrankungen, einschließlich Lungenkrebs.1 Die Belastung entsteht durch Partikel und Gase wie Ozon, Schwefeldioxid oder Stickstoffdioxid, die Husten, Lungeninfektionen, Asthma oder langfristig chronische Lungenerkrankungen verursachen können.
Wer ist besonders gefährdet?
Grundsätzlich schadet verschmutzte Luft allen Menschen. Einige Gruppen sind jedoch deutlich stärker betroffen: Menschen mit Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD reagieren besonders sensibel, weil Luftverschmutzung bestehende Symptome auslösen oder verschlimmern kann. Gleichzeitig kann eine langfristige Exposition diese Erkrankungen überhaupt erst entstehen lassen.2
Kinder sind gefährdeter als Erwachsene, weil ihre Lungen noch nicht voll entwickelt sind und sie schneller atmen – sie nehmen dadurch verhältnismäßig mehr Schadstoffe auf. Langfristige Folgen können Asthma im Erwachsenenalter oder COPD sein. Ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schwangere und ihre ungeborenen Kinder gehören ebenfalls zu den vulnerablen Gruppen.2
Die wichtigsten Luftschadstoffe und ihre Wirkung
Luftverschmutzung ist unsichtbar – und genau das macht sie so unterschätzt. Die Schadstoffe in der Luft unterscheiden sich in ihrer Herkunft, ihrer Wirkung und darin, zu welcher Jahreszeit und an welchen Orten sie besonders stark auftreten. Ein Überblick über die vier wichtigsten:2
Feinstaub (PM) entsteht überall dort, wo etwas verbrennt oder abgerieben wird – im Straßenverkehr, in Industrieanlagen, aber auch beim Holzofen oder Kamin zu Hause. Die kleinsten Partikel (PM2,5) können bis tief in die Lunge gelangen.2 Feinstaub gilt zudem als mitverantwortlich für die Entstehung von Lungenkrebs und steht im Zusammenhang mit erhöhter Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.1,3
Ozon (O3) bildet sich, wenn Sonnenlicht mit Stickstoffoxiden, Feinstaub und anderen Gasen reagiert, und erreicht seine höchsten Werte im Frühling und Sommer, meist nachmittags. Hohe Ozonwerte können die Lungenfunktion beeinträchtigen – Menschen mit Asthma bemerken in solchen Phasen häufig stärkere Symptome und einen erhöhten Bedarf an Notfallmedikation.2
Stickstoffdioxid (NO2) kommt vor allem an stark befahrenen Straßen, in der Nähe von Industrieanlagen und bei älteren Fahrzeugen in höheren Konzentrationen vor. Hohe NO2-Werte können die Auskleidung der Atemwege entzünden und das Risiko für Asthmaanfälle erhöhen.2
Schwefeldioxid (SO2) entsteht hauptsächlich bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe und kann die Schleimhäute von Nase, Rachen und Lunge reizen sowie Husten und ein Engegefühl in der Brust verursachen.2
Luftverschmutzung beginnt zu Hause
Was viele unterschätzen: Auch in den eigenen vier Wänden kann die Luft erheblich belastet sein. Tabakrauch, Brennstoffe zum Kochen oder Heizen, bestimmte Baustoffe, Duftkerzen, Räucherstäbchen oder Pestizide sind nur einige der möglichen Quellen.3
Innenraumluft ist dabei besonders heimtückisch, weil wir uns einen Großteil unserer Zeit in geschlossenen Räumen aufhalten – und weil die Belastung oft unsichtbar und geruchsneutral ist. Innenraum-Luftschadstoffe stehen zudem im Verdacht, das Risiko für bestimmte Krebsarten zu erhöhen.3 Luftverschmutzung wirkt sich auf alle Lebensphasen aus – von der Schwangerschaft bis ins hohe Alter. Schon die Exposition im Mutterleib oder in der frühen Kindheit kann langfristige gesundheitliche Folgen für Lungen und Herz-Kreislauf-System haben.3
So schützen Sie sich – drinnen und draußen
Es gibt konkrete Maßnahmen, mit denen man die eigene Belastung durch Luftschadstoffe deutlich reduzieren kann.
Luftqualität im Blick behalten: Wer körperlich aktiv ist oder empfindliche Atemwege hat, sollte vor Aktivitäten im Freien einen Luftqualitätsindex konsultieren, um die tagesaktuelle Belastung einschätzen zu können.4
Bei hoher Belastung drinnen bleiben: An Tagen mit schlechter Luftqualität sind Spaziergänge oder Sport im Freien nicht ideal – besonders für Kinder, ältere Menschen und Personen mit Lungenerkrankungen.4
Sauberes Zuhause schaffen: Regelmäßiges Entstauben, Saugen und Lüften hilft, Innenraumschadstoffe niedrig zu halten. Auch der bewusste Verzicht auf stark duftende Haushaltsprodukte oder synthetische Raumdüfte macht einen Unterschied.5
Nicht rauchen – Tabakrauch ist eine der bedeutendsten Quellen für Innenraumluftbelastung. Wer raucht, sollte dies ausschließlich im Freien tun.5
Ärztliche Beratung: Menschen mit Asthma, COPD oder anderen Lungenerkrankungen sollten mit ihren Ärztinnen und Ärzten besprechen, wie sie auf erhöhte Luftbelastung reagieren und ihre Symptome gezielt lindern können.4
Frische Luft ist keine Selbstverständlichkeit
Der Frühling lädt uns nach draußen – und das ist gut so. Die, die wissen, dass bestimmte Schadstoffe gerade in dieser Jahreszeit ansteigen, können bewusster damit umgehen: den richtigen Zeitpunkt für den Morgenspaziergang wählen, zu Hause für gute Luft sorgen und bei anhaltenden Atembeschwerden nicht zu lange warten.