Kraft durch Bewegung
Viele Betroffene neigen aus Angst vor der Atemnot dazu, Bewegung ganz zu vermeiden. Leider ist genau das ein Teufelskreis, denn wer inaktiv wird, verliert an Fitness und Kraft, wodurch Alltagstätigkeiten noch anstrengender werden und mehr Atemanstrengung erfordern. Wird ein aktiver Lebensstil aufrechterhalten, hat das viele positive Folgen: Lunge und Muskeln bleiben leistungsfähiger. Zusätzlich profitieren Betroffene von weniger Kurzatmigkeit und müden Beinen, mehr Energie und Muskelkraft, einem stärkeren Immunsystem sowie besserer Stimmung.
Bevor ein neues Training begonnen wird, ist allerdings ärztliche Rücksprache wichtig. Auch, um sich dabei über spezielle Programme für Lungenerkrankte zu informieren, die Kraft und Zuversicht stärken können.1,2
Atemtechniken, die im Alltag helfen
Bei Atemnot neigt man oft dazu, möglichst viel Luft einzuatmen, dabei sind die Lungen meist schon recht voll. Der Fokus auf eine vollständige Ausatmung schafft wieder Platz für den nächsten Atemzug. Solche Techniken lassen sich am besten in ruhigen Momenten üben, damit sie im Ernstfall schnell angewendet werden können.1,2
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Atemnot kann aber auch beängstigend wirken. Dabei helfen beruhigende Gedanken, die in Erinnerung rufen, dass die Situation meist nicht gefährlich ist und wieder vorübergeht: "Dieses Gefühl kenne ich schon, es geht bald vorbei", "Ich muss keine Angst haben, mir geht es gut" oder "Wenn ich jetzt ruhig sitze und warte, wird es besser." Ein einfaches Hilfsmittel gegen das Gefühl der Atemnot ist zudem ein kühler Luftzug, etwa von einem Handventilator, einem offenen Fenster oder einer Tür.2
Ist Atemnot bei Belastung gefährlich?
Generell gilt: Ein schnellerer Puls und schnelleres Atmen bei körperlicher Aktivität sind normal und unbedenklich. Nach der Belastung sollte sich die Atmung dann aber wieder normalisieren. Tut sie das nicht, oder ist man spürbar kurzatmiger als andere im selben Alter, ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert. Oft helfen schon einfache Anpassungen, um Bewegung für sich selbst angenehmer zu gestalten.1
Ob eine Sauerstofftherapie notwendig ist, wird anhand des Sauerstoffgehalts im Blut festgestellt, nicht allein aufgrund des Atemnotgefühls. Manche Betroffene mit starker Atemnot haben ausreichend Sauerstoff im Blut, andere benötigen ihn, ohne Atemnot zu spüren. Liegt der Wert unter einem kritischen Bereich, kann Sauerstoff ärztlich verordnet werden.1
Verschlechtert sich die Atmung bei Bewegung deutlich oder normalisiert sie sich danach nicht zügig, ist ärztlicher Rat gefragt. Zur Behandlung gehört auch, Bedarfs- und Dauermedikation richtig einzusetzen zu wissen – am besten lässt man sich dazu auch einen individuellen Aktionsplan für Atemnot-Situationen von der Ärztin/dem Arzt ergänzen.1,2
Fünf Strategien für weniger Atemnot
Neben einer bequemen Haltung und aufrechtem Sitzen, können bewusste Atemtechniken bei akuter Atemnot Abhilfe schaffen. Außerdem unterstützen
- Tagesabläufe mit festen Pausen zum Erholen einzuplanen
- so aktiv wie möglich zu bleiben; auch mit kurzen Übungen zuhause
- für frische Luft zu sorgen, etwa durch ein offenes Fenster oder einen Ventilator
- bei Bedarf Unterstützung von Angehörigen oder Fachpersonal zu suchen
- im eigenen Tempo zu bleiben
Eine ganz einfache aber oft unterschätzte Fähigkeit ist zudem, sich nicht zu hetzen. Aktivität und Ruhephasen bewusst abzuwechseln, bei Atemnot das Tempo zu drosseln und Aufgaben so anzupassen, dass sie weniger Energie kosten. 2,3